Das Auflösen eines Girokontos ist oft ein notwendiger Schritt, sei es aufgrund eines Umzugs, eines Bankenwechsels oder einfach, weil man ein Konto nicht mehr benötigt. Doch was passiert eigentlich mit den Lastschriften, die noch auf dieses Konto laufen, nachdem es bereits geschlossen wurde? Das Thema ist komplex und birgt Fallstricke, die zu unnötigen Gebühren und Ärger führen können. Dieser Artikel beleuchtet alle wichtigen Aspekte rund um Lastschriften nach Girokonto-Auflösung, gibt praktische Tipps und beantwortet die drängendsten Fragen, damit Sie diesen Prozess reibungslos gestalten können.
Konto ade - und was passiert mit meinen Lastschriften?
Die gute Nachricht zuerst: Eine Kontoschließung bedeutet nicht automatisch, dass alle Lastschriften sofort im Nirvana verschwinden. Die schlechte Nachricht: Sie müssen aktiv werden, um sicherzustellen, dass keine bösen Überraschungen auf Sie zukommen. Denn eines ist sicher: Unternehmen werden versuchen, ihr Geld zu bekommen, und ein abgelehnter Lastschrifteinzug aufgrund eines geschlossenen Kontos kann schnell teuer werden.
Hier die wichtigsten Punkte, die Sie beachten müssen:
- Information ist alles: Informieren Sie alle Unternehmen und Organisationen, die regelmäßig Lastschriften von Ihrem Konto einziehen, rechtzeitig über Ihre Kontoschließung.
- Neues Konto, neue Daten: Teilen Sie diesen Unternehmen unverzüglich Ihre neue Bankverbindung mit.
- Fristen beachten: Planen Sie genügend Zeit ein, bevor Sie Ihr Konto schließen. Einige Unternehmen benötigen mehrere Wochen, um die Kontodaten zu aktualisieren.
- Daueraufträge nicht vergessen: Neben Lastschriften sollten Sie auch Daueraufträge im Auge behalten und diese gegebenenfalls auf Ihr neues Konto umstellen.
Worst-Case-Szenario: Lastschrift geht ins Leere
Was passiert, wenn eine Lastschrift nach der Kontoschließung dennoch versucht wird? In der Regel wird die Lastschrift von Ihrer Bank abgelehnt, da das Konto nicht mehr existiert. Das ist erstmal gut, denn so wird kein Geld unbefugt abgebucht.
Die unangenehmen Folgen:
- Rücklastschriftgebühren: Ihre Bank kann Ihnen für die abgelehnte Lastschrift eine Gebühr berechnen.
- Mahngebühren: Das Unternehmen, das die Lastschrift einziehen wollte, wird Ihnen eine Mahnung schicken und Mahngebühren erheben.
- Inkasso: Im schlimmsten Fall kann die Forderung an ein Inkassounternehmen übergeben werden, was die Kosten weiter in die Höhe treibt.
- Schufa-Eintrag: Bei Zahlungsverzug und Mahnungen kann es zu einem negativen Schufa-Eintrag kommen, der Ihre Kreditwürdigkeit beeinträchtigt.
Wichtig: Ignorieren Sie Mahnungen nicht! Nehmen Sie umgehend Kontakt mit dem Unternehmen auf, erklären Sie die Situation und begleichen Sie die offene Forderung inklusive der entstandenen Gebühren.
Checkliste für die Kontoschließung: So vermeiden Sie Ärger
Um den Prozess der Kontoschließung so reibungslos wie möglich zu gestalten, empfiehlt es sich, eine Checkliste abzuarbeiten.
- Übersicht verschaffen: Erstellen Sie eine Liste aller Unternehmen und Organisationen, die regelmäßig Lastschriften von Ihrem Konto einziehen. Dazu gehören beispielsweise:
- Versicherungen
- Strom- und Gasanbieter
- Telefon- und Internetanbieter
- Fitnessstudio
- Vereine
- Abonnements (Zeitungen, Zeitschriften, Streaming-Dienste)
- Kreditkartenabrechnungen
- Mietzahlungen (falls per Lastschrift)
- Benachrichtigungen versenden: Schreiben Sie alle Unternehmen an und teilen Sie ihnen Ihre neue Bankverbindung mit. Nutzen Sie dafür am besten ein Musterschreiben, das Sie im Internet finden können.
- Daueraufträge umstellen: Richten Sie alle Daueraufträge auf Ihrem neuen Konto ein.
- Kontoauszüge prüfen: Überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge in den Wochen vor der Kontoschließung genau, um sicherzustellen, dass keine Lastschriften vergessen wurden.
- Puffer einplanen: Schließen Sie Ihr altes Konto nicht sofort nach der letzten Abbuchung. Lassen Sie einen Puffer von einigen Wochen, um sicherzustellen, dass alle Lastschriften umgestellt wurden.
- Schriftliche Bestätigung: Bewahren Sie alle Schreiben und Bestätigungen der Unternehmen auf, die Ihre neue Bankverbindung erhalten haben.
- Kontoauszüge aufbewahren: Bewahren Sie Ihre Kontoauszüge auch nach der Kontoschließung auf, um im Zweifelsfall Nachweise zu haben.
Der Teufel steckt im Detail: Besonderheiten bei bestimmten Lastschriften
Bei einigen Lastschriften gibt es Besonderheiten, die Sie beachten sollten:
- Mietzahlungen: Bei Mietzahlungen ist es besonders wichtig, den Vermieter rechtzeitig über die Kontoschließung zu informieren. Versäumnisse können hier schnell zu Problemen führen.
- Versicherungen: Informieren Sie Ihre Versicherungen unbedingt über die Kontoschließung, da sonst der Versicherungsschutz gefährdet sein kann.
- Kreditkarten: Die Abrechnung Ihrer Kreditkarte erfolgt in der Regel per Lastschrift. Stellen Sie sicher, dass die neue Bankverbindung hinterlegt ist, um Mahngebühren zu vermeiden.
- Abonnements: Bei Abonnements ist es wichtig, die Kündigungsfristen zu beachten. Kündigen Sie Abonnements rechtzeitig, wenn Sie sie nicht mehr nutzen möchten.
Die Sache mit dem neuen Konto: Worauf Sie achten sollten
Die Wahl des richtigen Girokontos ist entscheidend, um unnötige Gebühren und Probleme zu vermeiden.
Achten Sie auf folgende Punkte:
- Gebühren: Vergleichen Sie die Gebühren verschiedener Banken. Viele Banken bieten kostenlose Girokonten an, oft aber nur unter bestimmten Bedingungen (z.B. monatlicher Geldeingang).
- Leistungen: Prüfen Sie, welche Leistungen im Girokonto enthalten sind. Benötigen Sie eine Kreditkarte? Möchten Sie Bargeld an Automaten abheben können?
- Online-Banking: Ein gutes Online-Banking ist heutzutage unverzichtbar. Achten Sie auf eine benutzerfreundliche Oberfläche und sichere Transaktionen.
- Filialnetz: Wenn Sie Wert auf persönliche Beratung legen, sollten Sie eine Bank mit einem guten Filialnetz wählen.
- Dispokredit: Informieren Sie sich über die Konditionen des Dispokredits. Ein hoher Dispo kann zwar praktisch sein, aber auch schnell zu hohen Zinsen führen.
- Nachhaltigkeit: Immer mehr Menschen legen Wert auf nachhaltige Banken. Informieren Sie sich über die ethischen und ökologischen Standards der Bank.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Lastschriften nach Kontoschließung
- Was passiert, wenn ich vergessen habe, ein Unternehmen über meine Kontoschließung zu informieren? Die Lastschrift wird abgelehnt, und Sie erhalten eine Mahnung mit Mahngebühren. Nehmen Sie umgehend Kontakt mit dem Unternehmen auf und begleichen Sie die Forderung.
- Kann ich eine abgelehnte Lastschrift zurückbuchen lassen? Da das Konto geschlossen ist, ist eine Rückbuchung nicht möglich. Sie müssen sich direkt mit dem Unternehmen in Verbindung setzen.
- Wie lange dauert es, bis ein Unternehmen meine neue Bankverbindung aktualisiert hat? Das kann je nach Unternehmen unterschiedlich sein. Planen Sie mindestens zwei Wochen ein, besser noch länger.
- Was ist der Unterschied zwischen Lastschrift und Dauerauftrag? Eine Lastschrift wird vom Zahlungsempfänger (z.B. einem Unternehmen) veranlasst, während ein Dauerauftrag von Ihnen selbst eingerichtet wird.
- Kann ich mein Konto online schließen? Ja, viele Banken bieten die Möglichkeit, das Konto online zu schließen. Informieren Sie sich auf der Website Ihrer Bank.
Fazit
Eine Kontoschließung ist kein Hexenwerk, aber erfordert sorgfältige Planung und Organisation. Indem Sie alle Unternehmen rechtzeitig informieren und Ihre Finanzen im Blick behalten, können Sie unangenehme Überraschungen und unnötige Gebühren vermeiden. Denken Sie daran: Vorsicht ist besser als Nachsicht!